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Nachlasskonto geplündert? EUR 169.203,-- binnen 24 Stunden gesichert – OLG bestätigt einstweilige Verfügung

  • Autorenbild: Daniel Vonbank
    Daniel Vonbank
  • 17. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Wenn nach einem Todesfall plötzlich hohe Beträge vom Konto oder Sparbuch verschwinden, ist das für Erben nicht nur ein Schock, sondern auch ein ernstes rechtliches Risiko: Nachlassvermögen kann binnen kurzer Zeit beiseitegeschafft oder verbraucht werden. Genau deshalb ist rasches Handeln entscheidend.


Wir haben in einem konkreten Fall einen Erben vertreten und bereits am nächsten Tag eine einstweilige Verfügung erwirkt. Der Gegner bekämpfte die Entscheidung – das Oberlandesgericht Innsbruck bestätigte die Sicherungsmaßnahme jedoch in letzter Instanz. Gesichert wurde ein Betrag von EUR 169.203,--.


Kurz zusammengefasst: Worum ging es in der Entscheidung?


Im Verfahren ging es um Barbehebungen nach dem Tod der Erblasserin von zwei nachlasszugehörigen Sparbüchern. Diese Beträge wurden in zeitlichem Zusammenhang auf ein anderes Sparbuch transferiert, über das nur der Gegner verfügen konnte. Das Gericht sah darin eine ausreichende Gefährdung, dass die spätere Durchsetzung der Ansprüche des Erben vereitelt oder massiv erschwert würde.


Das OLG stellte dabei klar:


  • Im Provisorialverfahren reicht überwiegende Wahrscheinlichkeit (Bescheinigung) aus.

  • Eine einstweilige Verfügung ist auch möglich, wenn die Forderung noch nicht exakt beziffert werden kann (Stufenklage).

  • Die endgültige Klärung, wem die Guthaben materiell „gehören“, ist Sache des Hauptverfahrens – die Sicherung darf aber sofort erfolgen.


Ergebnis: Das gerichtliche Verfügungs- und Drittverbot blieb aufrecht, der Rekurs wurde abgewiesen.


Welche Rechte haben Erben bei verdächtigen Kontobewegungen?


1) Auskunft und Rechnungslegung verlangen


Erben haben das Recht, Kontobewegungen aufklären zu lassen, wenn der Verdacht besteht, dass Nachlassvermögen verschwiegen oder verheimlicht wurde. Dazu gehören insbesondere:


  • Barbehebungen

  • Umbuchungen / Überweisungen

  • nicht nachvollziehbare Geldabflüsse


Das Ziel ist, eine solide Grundlage zu schaffen, um später Rückforderungsansprüche geltend zu machen.


2) Stufenklage: Erst Informationen, dann Zahlung


Gerade in Fällen mit vielen Transaktionen kann der Erbe anfangs nicht exakt sagen, welcher Betrag tatsächlich fehlt. Hier ist die Stufenklage das richtige Instrument: zuerst Rechnungslegung, danach Zahlungsbegehren.


3) Einstweilige Verfügung zur Sicherung des Nachlasses


Wenn Gefahr im Verzug ist, kann eine einstweilige Verfügung beantragt werden – etwa als:


  • Verbot weiterer Verfügungen über ein Sparbuch

  • Drittverbot an die Bank, keine Auszahlung vorzunehmen


Das schützt den Nachlass, bis die Ansprüche im Hauptverfahren geklärt sind. EV Erbrecht


Warum ein spezialisierter Rechtsanwalt im Verlassenschaftsverfahren entscheidend ist


Der wichtigste Punkt aus der Praxis lautet: Zeit ist der entscheidende Faktor.Wer zu spät reagiert, hat zwar oft „recht“, kann es aber wirtschaftlich nicht mehr durchsetzen, weil das Geld bereits weg ist.


Ein spezialisierter Rechtsanwalt kann rasch:


  • die richtigen Anträge vorbereiten,

  • Beweise sichern (Bankunterlagen, Safe-Protokolle, Kontostände),

  • und sofortige Sicherungsmaßnahmen durchsetzen.


Fazit: Wer als Erbe unklare Abhebungen oder Geldverschiebungen nach dem Todesfall bemerkt, sollte nicht abwarten. Mit konsequentem Vorgehen lassen sich Nachlasswerte sichern – im konkreten Fall sogar binnen 24 Stunden und bestätigt durch das Oberlandesgericht. EV Erbrechtde, sollten Sie rasch anwaltliche Unterstützung einholen – oft zählt jeder Tag.

 
 
 

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